Vor 170 Jahren kam es in Folge eines Funkenflugs einer Dampflok zu einem Feuerinferno in Schonungen

Katastrophen wurden in Schonungen schon immer auch als Chance begriffen: So war es zuletzt bei der giftigen Sattler-Altlast, aber auch beim folgenschweren Dorfbrand vor exakt 170 Jahren.

Jetzt jährte sich die schlimme Brandkatastrohpe, die zwei Menschenleben gefordert und den ganzen Ort verwüstet hat. Damals sorgte ein Funkenflug einer Dampflokomotive für ein Feuerinferno. Heute ist Schonungen zum Glück eine begehrte, lebenswerte und attraktive Großgemeinde mit allem was dazugehört, wie Bürgermeister Stefan Rottmann feststellt.

Zum Jubiläum des Dorfbrands wurde der Ernstfall geprobt. Eine so große Feuerwehrübung gab es vermutlich noch nie während der Brandschutzwoche. Alle 300 Schülerinnen und Schüler der Grundschule, aber auch die Vorschul-Sonnenkinder packten mit an und bildeten eine beeindruckende Menschenkette. In Akkordarbeit wurden die Eimer mit Wasser befüllt um am Ende der Kette eine alte Handpumpe mit Wasser zu versorgen. Mit viel Muskelkraft wurde das Wasser dann durch den Schlauch gepumpt. Die Kinder hatten sichtlich Spaß und Freude. Viele Eltern und Schaulustige feuerten den Nachwuchs an. Um 10.31 Uhr wurde dem Bürgermeister gemeldet, dass der Brand nun gelöscht ist.

„Mich macht das einfach stolz, wenn ich sehe, was wir gemeinsam auf die Beine stellen können. In den letzten Jahren ist die Großgemeinde zusammengewachsen und die Ortsteile zusammengerückt. Davon bin ich überzeugt.“, lobte Bürgermeister Stefan Rottmann.

In einer kurzen Ansprache auf dem Rathausplatz dankte Rottmann vor allem Simon Scheuring, der die Aktion zum Jubiläum des Dorfbrands gemeinsam mit Jan Hußlein aus der Rathausverwaltung in die Hand genommen hat. Dank gilt auch den Feuerwehrkameradinnen und Kameraden, die die Löschaktion koordinierten. Und auch Simon Scheuring zeigte sich sehr zufrieden über die gelungene Aktion. Zum 175-jährigen Jubiläum wird es dann wohl wieder eine Aktion mit den Kindern geben.

Eine besondere Aufgabe hat Manfred Büttel übernommen: Er läutet in all‘ den Jahren die Feuerglocke auf dem ehemaligen Schonunger Rathaus. Die Glocke ist zum Symbol geworden des Dorfbrands. Genauso erinnert aber auch eine sehenswerte Ausstellung mit Bildern und Exponaten an die Brandkatastophe. Drei Generationen arbeiteten an der Ausstellung: Peter Schmitt, Thomas Westerhausen und Tim Westerhausen.

Beeindruckt von der Löschaktion zeigte sich Kreisbrandrat Holger Strunk. Er verband sein Grußwort mit dem Hinweis, dass die Schüler sich nun vor Ort auch in den neuzugründenden Kinderfeuerwehren einbringen könnten.

Am Ende der Aktion bildete sich zur Versorgung der Schüler eine Kette, um Getränke sowie Wienerle auszugeben. Der Bauhof sorgte mit einem großen Kessel voller Würste dafür, dass niemand hungrig nach Hause gehen musste. Außerdem bekamen die Kinder als Erinnerung ihren Löscheimer und eine kleine Überraschung mit nach Hause.

Das Foto zeigt die Bürgermeister in Aktion: Die Kinder beförderten das Wasser mit einer Eimerkette zur Handpumpe. Von dort aus wurde das Löschwasser mit Muskelkraft zur Spritze gepumpt. Links Bürgermeister Stefan Rottmann, 2. Bürgermeister Jürgen Geist und 3. Bürgermeister Bernd Götzendörfer.

Fotos Susanne Winter

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