Reichelshof

Der Reichelshof liegt auf der linksmainischen Seite der Gemarkung Schonungen. Erst mit dem Ausbau des Maines als kanalisierte Schifffahrtsstraße im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verschwanden die ursprüngliche Furt und spätere Fährverbindung, so dass heute der Weiler nur über Sennfeld erreicht werden kann. Der Name Reichelshof dürfte vom Personennamen „Rihhari“ abzuleiten sein. 1094 wird der Ort als Besitz des Klosters Theres erstmals genannt. 1366 wird durch Kaiser Karl IV. dem Kloster das Gut erneut bestätigt. 1417 ging die Aussiedlung an den Grafen Wilhelm von Henneberg. Der Zehnt gehörte seit jeher dem Hochstift Würzburg. 1636 spricht man von einer Hofruine. Im 18. Jahrhundert wechselten die Besitzer sehr oft. 1843 kam der Hof durch den Erwerb von Carl Ernst Johann Freiherr von Hassberg in eine Hand. In jener Zeit dürfte das heute noch existierende so genannte Herrenhaus gebaut worden sein. Auch die meisten Hofbauten entstammen wohl jener Zeit. Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. sind wieder viele Besitzerwechsel dem Archiv zu entnehmen. Nach dem 2. Weltkrieg entstanden an der Gemarkungsgrenze zu Sennfeld zahlreiche Wohnanwesen, meist erbaut von Heimatvertriebenen und Flüchtlingsfamilien. Die FFH- und Vogelschutzgebiete der ebenfalls linksmainischen „Schonunger Buchten“ stellen heute ein Naturrefugium dar, das auch den gegenüber am Main liegenden Schonunger Wohnsiedlungen einen immerwährend naturnahen Ausblick im ansonsten lebhaften Maintal verschafft.

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